Wenn dir eine App ein Outfit vorschlägt, hast du wahrscheinlich zwei Erfahrungen gemacht: Entweder es passt — und du fragst dich warum. Oder es passt nicht — und du fragst dich erst recht warum. In beiden Fällen lässt dich der Algorithmus mit einer Black Box zurück. Stilomat macht das anders. Jeder Outfit-Score, den du in der App siehst, ist die Summe von bis zu 22 sichtbaren Regeln. Hier sind sie alle, in Reihenfolge, mit Erklärung — und ohne Schnörkel.

TL;DR

22 Stilregeln, gruppiert in drei Familien: Farbe & Komposition (Regeln 1–8), Proportion & Hierarchie (Regeln 9–14), Anlass, Kontext & You-Faktor (Regeln 15–22). Stilomat zeigt dir pro Outfit welche Regeln erfüllt sind, welche grenzwertig, welche gebrochen — als sichtbare Liste, nicht als Score-Black-Box.

Teil 1 · Farbe & Komposition

Die ersten acht Regeln sind die mathematischen — sie funktionieren auch ohne Geschmack.

01
Komplementärfarben
Farbkreis-Distanz

Zwei Farben, die im Farbkreis weit voneinander entfernt sind (rot ↔ grün, blau ↔ orange), kontrastieren maximal. Stilomat bewertet die Hue-Distanz zwischen zwei Items: je näher an 180° (echtes Komplementär), desto stärker der visuelle Kontrast.

Warum es funktioniert: Komplementärfarben aktivieren das Auge mehr — das Outfit wirkt energiereicher, lebendiger. Aber: Vorsicht bei mehr als zwei Items, sonst kippt es ins Plakative.
02
Monochrome Layering
3 Töne, eine Familie

Drei Töne derselben Farbfamilie (z. B. Camel, Beige, Cream) kombinieren sich zu einem ruhigen, abgestimmten Look. Stilomat erkennt die Farbfamilie über den HSL-Wert und gruppiert Items zu Tone-on-Tone-Layern.

Warum es funktioniert: Monochrome Outfits wirken sofort intentioneller. Sie sind das visuelle Äquivalent von "alles ist Absicht".
03
Texture-Mix
1 grob + 1 fein

Ein grobes Material (Strick, Cord, Denim) trifft auf ein feines (Satin, Seide, Baumwollbatist). Der Texture-Kontrast macht Tiefe, auch wenn die Farben monochrom sind.

Warum es funktioniert: Ohne Texture-Mix wirken monochrome Looks flach. Mit Mix entsteht visuelles Volumen ohne Farb-Spielerei.
04
Layering 3-Pieces Maximum
Max. 3 Schichten sichtbar

Mehr als drei sichtbare Schichten (T-Shirt + Hemd + Blazer + Mantel = vier) übersteuert das Auge. Stilomat zählt die sichtbaren Layers und warnt ab Schicht vier.

Warum es funktioniert: Die "Rule of Three" ist eine Konstante in Komposition, von Bildhauerei bis Fashion-Editorial. Mehr ergibt selten mehr.
05
Accessoire-Anker
1 Statement pro Look

Ein auffälliges Accessoire (große Ohrringe, Statement-Bag, Belt-Buckle) ist der Anker. Zwei davon konkurrieren. Drei zerstreuen den Look komplett.

Warum es funktioniert: Das Auge braucht einen Fokuspunkt. Ohne Anker keine Hierarchie, ohne Hierarchie keine Lesbarkeit.
06
Silhouette-Balance
Locker + körperbetont

Wenn oben locker (Oversize-Strick), unten körperbetont (Slim-Jeans). Wenn oben fitted (Body-Top), unten weit (Wide-Leg). Stilomat misst die Silhouetten-Achsen und bewertet das Verhältnis.

Warum es funktioniert: Doppelt locker macht Sack. Doppelt eng macht Wurst. Eine Achse Spannung pro Outfit reicht.
07
Proportion 1:1 oder 2:3
Goldener Schnitt fürs Outfit

Die Aufteilung des Körpers in Oberteil und Unterteil sollte im Verhältnis 1:1 (Cropped-Top + High-Waist) oder 2:3 (Long-Cardigan + Slim-Pants) liegen. Stilomat schaut auf die Bundhöhe und Top-Länge.

Warum es funktioniert: Das menschliche Auge sucht Proportions-Anker. 1:1 und 2:3 sind die natürlichsten.
08
60-30-10-Regel
Neutral · Akzent · Statement

60 % Neutral-Base (Beige, Grau, Schwarz, Weiß) + 30 % Akzent-Farbe (gedämpfter Ton) + 10 % Statement (Knall-Detail). Stilomat berechnet die Farbflächen-Anteile pro Outfit.

Warum es funktioniert: Aus Interior-Design importiert. Funktioniert für Outfits genauso, weil das Auge dieselben Proportions-Regeln anwendet.

Diese Regeln in deinem Schrank — automatisch

Stilomat scannt deine Items, weist Farbwerte zu, prüft Texture-Tags und schlägt Outfits vor, die mehr als die Hälfte dieser Regeln erfüllen.

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Teil 2 · Proportion & Hierarchie

Regeln 9 bis 14 — sie machen aus passenden Items ein gutes Outfit.

09
Saison-Anker
1 Wetter-Match-Piece

Jedes Outfit braucht ein Item, das eindeutig zum Wetter passt. Im Winter: ein wärmender Layer. Im Sommer: ein luftiges Statement. Stilomat zieht die aktuelle Wettervorhersage und prüft Saison-Match jedes Items.

Warum es funktioniert: Outfit ohne Saison-Anker fühlt sich für den Träger immer falsch an — egal wie gut die anderen Regeln greifen.
10
Footwear-Bridge
Schuh trennt oder verbindet

Schuhe sind die visuelle Brücke zwischen Hose und Boden. Ihr Ton entscheidet: heller Schuh + dunkle Hose = harter Cut. Schuh-Ton im Hosen-Spektrum = fließender Übergang. Stilomat empfiehlt je nach Look-Intention.

Warum es funktioniert: Schuhe sind das am häufigsten unterschätzte Element. Sie verändern die wahrgenommene Beinlänge um bis zu 10 %.
11
Metall-Konsistenz
Gold + Gold, Silber + Silber

Mischen funktioniert in der Praxis selten gut. Stilomat tagt Accessoires mit Metall-Familie und warnt bei Mischen — außer der Träger hat explizit "Mixed-Metals" als Vorliebe gespeichert.

Warum es funktioniert: Konsistenz im kleinsten sichtbaren Detail signalisiert Absicht. Mixed-Metals braucht Erfahrung, um nicht zufällig zu wirken.
12
Print-Max-2
Max. 2 Muster pro Look

Mehr als zwei Muster (Streifen + Karo + Floral) konkurrieren visuell. Stilomat erkennt Print-Komplexität und limitiert pro Outfit.

Warum es funktioniert: Patterns sind aggressive Aufmerksamkeits-Anker. Drei davon ist Chaos. Zwei davon ist Statement. Eines davon ist Detail.
13
Length-Hierarchy
Jacke > Top > Bottom

Die Längen sollten gestaffelt sein: die äußerste Schicht ist gleich lang oder länger als die darunter. Eine kürzere Jacke über einem längeren Top ist die einzige bewusste Ausnahme (Cropped-Style).

Warum es funktioniert: Length-Hierarchy macht den Look "fertig". Ohne sie wirkt das Outfit nach "noch im Anziehen".
14
Occasion-Fit
Formal · Casual · Smart

Stilomat tagt jedes Item mit Anlass-Kategorien. Ein Hoodie ist nicht "Business", ein Anzug ist nicht "Coffee-Date" — auch wenn die anderen Regeln stimmen.

Warum es funktioniert: Anlass-Mismatch ist der häufigste Outfit-Fehler. Stilregeln greifen erst, wenn der Kontext stimmt.

Teil 3 · Anlass, Kontext & You-Faktor

Die letzten acht Regeln machen aus einem guten Outfit dein Outfit.

15
Body-Acknowledgment
Highlight 1, hide 0

Stilomat fragt im Onboarding nicht "was willst du verstecken", sondern "was willst du betonen". Ein Item soll einen Körperteil bewusst hervorheben — der Rest ist neutral, nicht versteckt.

Warum es funktioniert: "Verstecken" funktioniert nie, weil das Auge die Lücke füllt. "Hervorheben" funktioniert immer, weil das Auge dem Fokus folgt.
16
Seasonal Color Temperature
Warm vs. cool match

Ein Hauttyp ist entweder warm-getönt (gelb-orange Underground) oder kühl (rosa-blau). Stilomat fragt im Profil und sortiert Item-Farben passend. Cool-Type in warm-getöntem Outfit wirkt blass — und umgekehrt.

Warum es funktioniert: Color-Theory von der Personal-Stylist-Branche. Selten erklärt, aber bemerkbar — auch wenn der Träger nicht weiß warum.
17
Neckline-Balance
V-Neck = simple chain

Eine offene Neckline (V, Spaghetti, Off-Shoulder) braucht entweder gar kein Halsschmuck oder einen feinen, der die Linie verlängert. High-Neck verträgt prominenteres Statement-Piece.

Warum es funktioniert: Hals ist die zweite visuelle Linie nach dem Gesicht. Was dort passiert, sieht jeder zuerst.
18
Material-Weight-Match
Leicht + schwer = Imbalance

Schwere Materialien (Wolle, Cord, Lederjacke) brauchen schwere Begleiter. Eine seidene Bluse unter einem Wollmantel ist kein Style — das ist Zufall. Stilomat tagt das Gewicht jedes Items.

Warum es funktioniert: Material-Weight kommuniziert Saison und Anlass. Mismatch macht den Look "unscharf".
19
Focal-Point Single
1 Anker pro Outfit

Pro Outfit ein einziges Anker-Item — das Statement-Stück, das den Look definiert. Zwei Anker konkurrieren um die Aufmerksamkeit, drei bedeuten kein Anker.

Warum es funktioniert: Verwandt mit Regel 05, aber strenger — Focal-Point gilt auch für Items ohne Accessoire-Charakter (z. B. ein Statement-Mantel).
20
Comfort-Factor
Du musst dich bewegen wollen

Stilomat fragt nach dem ersten Tragen: "Hast du dich darin wohlgefühlt?" Items mit niedrigem Comfort-Score werden in Outfit-Vorschlägen herabgewichtet — egal wie gut die anderen Regeln greifen.

Warum es funktioniert: Das beste Outfit, das du nicht tragen willst, ist kein Outfit. Comfort ist eine Stilregel, nicht eine Komfort-Frage.
21
Cost-per-Wear-Affordability
Math, but for clothes

Stilomat trackt deine Wear-Logs und teilt den Kaufpreis durch die Anzahl der Tragen. Items mit hohem Cost-per-Wear (Sale-Käufe, Einmal-Hochzeit-Kleider) werden in Outfit-Vorschlägen sichtbar gemacht, damit du sie endlich nutzt.

Warum es funktioniert: Bewusster Konsum entsteht nicht durch moralischen Druck, sondern durch sichtbare Daten. Eine 89-€-Sale-Jacke, die 1 × getragen wurde, kostet pro Tragen so viel wie ein Designer-Stück.
22
You-Factor
Love it or not — kein "passt halt"

Die letzte Regel überschreibt die anderen 21. Stilomat fragt nach jedem Outfit-Tragen: "Würdest du dieses Outfit nochmal so anziehen?" Wenn Nein — egal wie regelkonform es war — wird die Kombination in zukünftigen Vorschlägen ausgeschlossen.

Warum es funktioniert: Stil ist subjektiv. Die 21 Regeln davor sind Heuristiken, keine Gesetze. Regel 22 ist der personalisierende Override — und der wichtigste.

Wie Stilomat das alles berechnet

Keine Black-Box, sondern transparenter Score.

Jede dieser 22 Regeln ergibt für ein vorgeschlagenes Outfit entweder ein (erfüllt), ein ~ (grenzwertig) oder ein (gebrochen). Der Stilomat-Score ist die gewichtete Summe — wobei die ersten acht Regeln (Farbe & Komposition) mehr Gewicht haben als die letzten acht (You-Faktor & Kontext). Du siehst pro Outfit nicht nur den Gesamt-Score, sondern auch welche Regeln wo greifen.

Das ist der ganze Unterschied zu Black-Box-Apps: Wenn dir Stilomat ein Outfit zu 92 % empfiehlt, kannst du nachprüfen welche 20 von 22 Regeln "✓" geben — und welche zwei kritisch wurden. Du musst der KI nicht vertrauen. Du kannst sie verstehen.

Häufige Fragen

Sind die 22 Regeln für jeden gleich?
Nein. Die ersten acht (Farbe, Komposition, Proportion) sind universal. Regeln 15–22 personalisieren sich über dein Profil und deine Wear-History.

Was ist mit individuellen Stil-Vorlieben?
Regel 22 (You-Faktor) überschreibt alles. Wenn du Mixed-Metals magst, wird Regel 11 für dich ausgeschaltet. Wenn du gerne 3 Patterns kombinierst, lernt Stilomat das nach 5 Mal "ja" Feedback.

Funktioniert das auch bei kleinem Schrank?
Ja. Stilomat ist ab 10 Items sinnvoll nutzbar und ab 30 Items algorithmisch interessant. Free-Tier deckt bis 50 Items dauerhaft ab.